Wahrscheinlichkeitsrechner
Dieser Wahrscheinlichkeitsrechner deckt die zwei häufigsten Fragen ab. Für zwei unabhängige Ereignisse berechnet er, mit welcher Wahrscheinlichkeit beide eintreten, mindestens eines, genau eines oder keines, und dazu das Gegenereignis von A. Für wiederholte Versuche nutzt er die Binomialverteilung: genau, höchstens oder mindestens k Treffer bei n Versuchen, die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Treffer und den Erwartungswert.
Aktualisiert
Ergebnis
- P(A oder B): mindestens einesModus zwei Ereignisse
- Genau eines tritt einModus zwei Ereignisse
- Keines tritt einModus zwei Ereignisse
- P(nicht A): GegenereignisModus zwei Ereignisse
- P(X ≤ k): höchstens k TrefferModus wiederholte Versuche
- P(X ≥ k): mindestens k TrefferModus wiederholte Versuche
- Mindestens ein TrefferModus wiederholte Versuche: 1 − (1 − p)ⁿ
- Erwartete Anzahl TrefferModus wiederholte Versuche: n · p
Die Ergebnisse sind Schätzungen. Die Methodik finden Sie weiter unten.
So nutzen Sie den Rechner
- Modus wählen: Zwei unabhängige Ereignisse, um zwei Wahrscheinlichkeiten zu kombinieren, oder Wiederholte Versuche für ein Zufallsexperiment, das mehrmals durchgeführt wird.
- Wahrscheinlichkeiten in Prozent eingeben, von 0 bis 100. Kopf beim Münzwurf ist 50, eine bestimmte Augenzahl beim Würfeln 16,67.
- Bei wiederholten Versuchen zusätzlich die Anzahl der Versuche n (1 bis 1.000) und die gesuchte Trefferzahl k eintragen. k darf nicht größer als n sein.
- Ergebnis ablesen: Im ersten Modus erscheinen P(A und B), P(A oder B), genau eines, keines und Gegenereignis; im zweiten genau k, höchstens k, mindestens k, mindestens ein Treffer und Erwartungswert.
Formeln und Voraussetzungen
Beide Modi setzen stochastische Unabhängigkeit voraus: Das Eintreten des einen Ereignisses ändert die Wahrscheinlichkeit des anderen nicht. Würfel- und Münzwürfe sind unabhängig, das Ziehen von Karten ohne Zurücklegen ist es nicht.
Zwei unabhängige Ereignisse
- Beide:
P(A ∩ B) = P(A) · P(B) - Mindestens eines:
P(A ∪ B) = P(A) + P(B) − P(A) · P(B) - Genau eines:
P(A) + P(B) − 2 · P(A) · P(B) - Keines:
(1 − P(A)) · (1 − P(B)) - Gegenereignis:
P(Ā) = 1 − P(A)
Wiederholte Versuche: Bernoulli-Kette
Wird ein Bernoulli-Experiment mit Trefferwahrscheinlichkeit p n-mal unabhängig wiederholt, ist die Trefferzahl X binomialverteilt. Nach der Bernoulli-Formel gilt:
B(n; p; k) = P(X = k) = (n über k) · pᵏ · (1 − p)ⁿ⁻ᵏ
Die kumulierte Wahrscheinlichkeit P(X ≤ k) summiert die Werte von 0 bis k, und P(X ≥ k) = 1 − P(X ≤ k) + P(X = k). Für mindestens einen Treffer gilt 1 − (1 − p)ⁿ, der Erwartungswert ist μ = n · p. Intern rechnet der Rechner mit Logarithmen der Fakultäten, damit auch große n genau bleiben.
Beispiele
1. Eine Sechs bei „Mensch ärgere Dich nicht“
Stehen alle Figuren noch im Haus, dürfen Sie dreimal würfeln, um eine Sechs zu bekommen. Mit p = 16,67 %, n = 3 und k = 1 liegt die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Sechs bei 42,14 %. In mehr als der Hälfte der Fälle bleiben Sie also eine weitere Runde draußen.
2. Zwei Anschlusszüge
Angenommen, der erste Zug ist mit 80 % pünktlich und der zweite mit 90 %, unabhängig voneinander. Dann sind beide mit 72 % pünktlich, mindestens einer mit 98 %, genau einer mit 26 % und keiner mit 2 %. In der Praxis hängen Verspätungen oft zusammen, etwa bei einer Störung auf derselben Strecke; dann ist die Rechnung zu optimistisch.
3. Zehnmal würfeln
Wie wahrscheinlich sind Sechsen bei zehn Würfen (p = 16,67 %, n = 10, k = 2)?
| Frage | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|
| Genau 2 Sechsen | 29,07 % |
| Höchstens 2 Sechsen | 77,51 % |
| Mindestens 2 Sechsen | 51,56 % |
| Mindestens eine Sechs | 83,86 % |
| Erwartete Anzahl Sechsen | 1,67 |
Ergebnisse richtig deuten
Eine Wahrscheinlichkeit beschreibt die relative Häufigkeit bei sehr vielen Wiederholungen, nicht den Ausgang eines einzelnen Versuchs. 29 % für genau zwei Sechsen heißt: Von 100 Serien mit je zehn Würfen enden etwa 29 so. In einer einzelnen Serie ist jedes Ergebnis möglich.
Prüfen Sie vor allem die Unabhängigkeit. Wetter an aufeinanderfolgenden Tagen, Bauteile aus derselben fehlerhaften Charge oder Züge auf derselben Strecke sind gekoppelt. Wer dort einfach multipliziert, unterschätzt, wie oft Probleme gemeinsam auftreten.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen „A oder B“ und „genau eines“?
„A oder B“ umfasst alle Fälle, in denen mindestens eines der Ereignisse eintritt, also auch beide zusammen. „Genau eines“ schließt den Fall aus, dass beide eintreten. Deshalb ist diese Wahrscheinlichkeit nie größer als P(A oder B).
Wie berechne ich „mindestens einmal“?
Über das Gegenereignis: Die Wahrscheinlichkeit, in n Versuchen nie zu treffen, ist (1 − p)ⁿ. Für mindestens einen Treffer rechnen Sie also 1 − (1 − p)ⁿ. Der Modus „Wiederholte Versuche“ zeigt den Wert direkt an.
Wann darf ich die Binomialverteilung verwenden?
Wenn ein Experiment mit genau zwei Ausgängen (Treffer oder Niete) eine feste Anzahl von Malen unabhängig wiederholt wird und die Trefferwahrscheinlichkeit dabei gleich bleibt. Ziehen ohne Zurücklegen aus einer kleinen Urne erfüllt diese Bedingung nicht.
Funktioniert der Rechner auch für abhängige Ereignisse?
Nein. Dann brauchen Sie bedingte Wahrscheinlichkeiten, P(A ∩ B) = P(A) · P(B | A), die man meist mit einem Baumdiagramm ermittelt.
Warum erscheint eine Fehlermeldung bei k?
Es kann nicht mehr Treffer als Versuche geben: k muss eine ganze Zahl zwischen 0 und n sein.
Quellen
Die Ergebnisse setzen unabhängige Ereignisse mit den eingegebenen Wahrscheinlichkeiten voraus und dienen der allgemeinen Information. Sie sagen kein einzelnes Ergebnis voraus und sind keine Empfehlung für Glücksspiele oder Wetten.